KomponistenQuartier (KQ)

Hamburgs Musikgeschichte von der Barockzeit bis zur frühen Moderne unmittelbar erleben – dafür steht seit 2015 das neue KomponistenQuartier Hamburg mit seinen insgesamt sechs Museen – zwei befinden sich derzeit noch in der Planung. Sie sind bedeutenden Komponisten gewidmet, die in Hamburg geboren sind oder hier gewirkt haben - Georg Philipp Telemann, Carl Philipp Emanuel Bach, Johann Adolf Hasse, Fanny und Felix Mendelssohn, Johannes Brahms und Gustav Mahler.

Hier geht es zum Veranstaltungskalender der am KQ beteiligten Hamburgischen Komponistengesellschaften.

Entstehung des KomponistenQuartiers

Nicht weit vom Hamburgmuseum - Museum für Hamburgische Geschichte (Holstenwall 24) liegt die Peterstraße, die sich mit den angrenzenden Straßen Hütten und Neanderstraße zwischen 1966 und 1982 zu einem besonderen Neubaugebiet entwickeln konnte. Fassaden von repräsentativen Bürgerhäusern aus der Zeit 1610-1780 - die erhaltenswert waren, aber an ihrem alten Standort, der Umgebung der Grimm-, Katharinen- und Gröningerstraße nicht verbleiben durften - wurden dort zu einem Ensemble zusammengestellt. Jedes der umgesetzten Gebäude oder Gebäudeteile bekam am neuen Standort eine Bronzetafel, auf der die Historie und der frühere Standort nachlesbar sind. Eine ruhige Fußgängerzone entstand in der Peterstraße.

Das einzig bauhistorisch bedeutsame und denkmalgeschützte Beyling-Stift in der Peterstr. 39, 1751 von Wilhelm Gottfried Oelckers als massiv gebautes Backsteingebäude für Wohnzwecke gebaut und erst 1824 von Johann Beyling erworben, widmete die Familie Beyling 1899 als Anlage für Altenwohnungen. Als 1965 der Abriss wegen Unbewohnbarkeit drohte, bat Hamburgs damaliger Erster Bürgermeister Herbert Weichmann den Großindustriellen und Mäzen Alfred Toepfer, diese Anlage restaurieren zu lassen und damit zu erhalten. Die dafür erforderlichen Kosten finanzierte die Carl-Toepfer-Stiftung und ergänzte das Neubaugebiet um einige Bauten. Seit 1971 beherbergt das Beyling-Stift nun das Johannes Brahms Museum.

Die Carl-Toepfer-Stiftung installierte zusätzlich in mehrere der zusammenstehenden Gebäude an der Neanderstr. 22 den Lichtwark-Saal. Er ist nach Alfred Lichtwark (1852-1914), ab 1886 erster Direktor der Hamburger Kunsthalle benannt. Dort finden regelmäßig musikalische Abende oder Vorträge statt, die zumeist unentgeltlich besucht werden können.

Im März 2015 wurde in der Peterstraße das KomponistenQuartier eröffnet, als erster Bauabschnitt wurden die Ausstellungsräume für Georg Philipp Telemann, Carl Philipp Emanuel Bach und Johann Adolf Hasse sowie ein Bistro modern hergerichtet. Seit 1971 hatte das Brahms-Museum bereits Besucher aus aller Welt in die Peterstraße gelockt. Die Eröffnung des ersten Telemann-Museums folgte 2011. Die Telemann-Ausstellung ging dann in den ersten Teil des KQ ein. 2017 wird das Ensemble durch Museen für Fanny und Felix Mendelssohn und Gustav Mahler vervollständigt.

 

Die Museen des KomponistenQuartiers Hamburg

Die Museen des KomponistenQuartiers stellen die Biografien der mit Hamburg verbundenen und für die europäische Musikgeschichte bedeutsamen Komponisten vor, geben ein Bild von dem lebendigen Musikleben in Hamburg und lassen vielfältige Bezüge zur Stadt- und Zeitgeschichte der Epoche erfahrbar werden.

Das Ausstellungskonzept verbindet Wissensvermittlung mit sinnlich-künstlerischen Erlebnissen: Historische Objekte, Rauminszenierungen und Medienstationen bieten mit Musikbeispielen, Hörfeatures und Filmen reichhaltiges Material zum individuellen Erkunden. Zu den Highlights zählt das Modell einer barocken Opern-Bühne, das einen Blick hinter die Kulissen damaliger Musiktheater erlaubt. Musikinstrumente wie das Tafelklavier, an dem Johannes Brahms einst unterrichtete, ein Clavichord, dem von Carl Philipp Emanuel Bach präferierten Instrument, sowie ein wertvolles Spinett, das zur Musik von Georg Philipp Telemann gehört, bringen das KomponistenQuartier auch zum Klingen.

Die im KomponistenQuartier gewürdigten Musiker sind entweder hier geboren, wie Johannes Brahms oder die Geschwister Mendelssohn, oder sie haben hier gelebt und mit ihrem jahrzehntelangen Wirken das Musikleben der Stadt entscheidend geprägt, wie die beiden Hamburger Musikdirektoren Telemann und C. P. E. Bach und im später 19. Jahrhundert Gustav Mahler. Hinter den großen Künstlernamen steht ein musikalisches Erbe, an dem sich weltweit Kulturinteressierte erfreuen können. Besucher werden somit im KQ die Musikstadt Hamburg lebendig erfahren können. Schirmherr des KomponistenQuartiers ist der Dirigent und Hamburger Generalmusikdirektor Kent Nagano.