Gustav Mahler Museum

Das Gustav Mahler Museum wird sich schwerpunktmäßig mit Mahler und Hamburg befassen. Folgende Themenbereiche sind bisher geplant:

- Mahler setzt sich in Hamburg durch und wird einer der berühmtesten Dirigenten seiner Zeit

- Mahlers Weggefährten und Wirkungsstätten in Hamburg

- Mahler als begeisterter Radfahrer

- Mahler und die Frauen in der Hamburg-Ära

- Mahlers geistige Welt und seine katholische Taufe in St. Ansgar 1897

- Mahler und die Inspiration zum Finalsatz der 2. Symphonie in St. Michaelis

 

Bevor Gustav Mahler als Hofoperndirektor nach Wien ging, die damals höchstdotierte Stellung im internationalen Musikbetrieb, hat er das Musikleben der Hansestadt Hamburg in den Jahren 1891 bis 1897 entscheidend geprägt. Als Erster Kapellmeister – das Amt entspricht dem heutigen Generalmusikdirektor – hat er das Stadt-Theater zu Weltruhm geführt. Seine Einstudierungen und Dirigate der Opern von Mozart und Wagner sind legendär. Sein interpretatorisches Genie wurde zudem in bedeutenden Hamburger Erstaufführungen von Tschaikowskys „Eugen Onegin“, Verdis „Falstaff“ oder Smetanas „Die verkaufte Braut“ deutlich. Bernhard Shaw pries Mahler als größten Wagner-Dirigenten, als er anlässlich des Gastspiels der Hamburger Oper 1892 in London gastierte. Tschaikowsky sprach von einem Genie, das in Hamburg am Pult des Opernhauses stehe. Mahler konzipierte in Hamburg und später auch in Wien das moderne Musiktheater, indem er auch die Bedeutung des Bühnenbildes und der Regie erkannte. Mahler probierte am Hamburger Stadt-Theater als Dirigent mit einem ungeheuren Arbeitsaufwand und er dirigierte eine schier unglaubliche Anzahl von Vorstellungen:in der Spielzeit 1894/1895 waren es 138, in der Spielzeit 1895/1896 gar 148 Vorstellungen! Zu Mahlers Wirkungsstätten gehörten außer dem Stadt-Theater auch das Altonaer Theater, der Conventgarten und das „Concerthaus Ludwig“ auf der Reeperbahn.

In Mahlers Hamburger Jahre fällt auch die Liaison zur jungen hochdramatischen Sopranistin Anna von Mildenburg und die zwischen Bewunderung und Rivalität schwankende Beziehung zu seinem älteren Kollegen Hans von Bülow, von dem der junge Kapellmeister nach dessen Tod zusätzlich die Leitung der Abonnementskonzerte übernahm.

Gustav Mahler kam mit 30 Jahren nach Hamburg und verließ Hamburg wieder in seinem 36. Lebensjahr.

 

 

Foto: IGMG/BA 1-16