Foto. Gabriele Bastians

Endlich komplett! Zwei neue Museen vollenden das Hamburger KomponistenQuartier

Das Hamburger KomponistenQuartier ist endlich komplett! Ende Mai zogen mit Gustav Mahler und den Geschwistern Fanny und Felix Mendelssohn die letzten drei Musiker in das einzigartige Viertel im Herzen der Hansestadt. Nun können die Besucher in sechs Museen (für Telemann, Carl Philipp Emanuel Bach, Johann Adolf Hasse, Fanny und Felix Mendelssohn, Brahms und Gustav Mahler) in sieben Komponistenleben und zwei Jahrhunderte lebendige Musikgeschichte eintauchen.

Gustav Mahler-Museum

Für den Dirigenten und Komponisten Gustav Mahler (1860-1911) war Hamburg eine wichtige Station auf der Karriereleiter. Die Ausstellung beleuchtet unter anderem seinen Arbeitsalltag als Erster Kapellmeister des Hamburger Stadt-Theaters, das er von 1891 bis 1897 leitete. Mahler trieb seine Musiker zu Höchstleistungen an und wurde einer der populärsten Dirigenten seiner Zeit. Die Besucher lernen außerdem die wichtigsten Weggefährten Mahlers, seine Leidenschaft fürs Fahrradfahren, seine Affäre mit einer Hamburger Sopranistin sowie seine geistige Welt kennen. Und erfahren, warum er als kompositorischer Wegbereiter der Moderne gilt.

Attraktionen sind das historische Fahrrad aus der Zeit Gustav Mahlers, das ausgestellte Taufbuch der St. Ansgarkirche ist Ausgangspunkt, um die Hintergründe für Mahlers Konversion zum katholischen Glauben zu beleuchten. Ein Faksimile der originalen Notenpartitur von Mahlers Zweiter Sinfonie knüpft an die Entstehungsgeschichte mit einem inspirierenden Erlebnis in der St. Michaeliskirche an. Im Komponierhäuschen, einer begehbaren Rauminstallation, können Besucher in den kreativen Schaffensprozess des Komponisten eintauchen. Weiteres Thema ist der Einfluss von Mahlers Werk auf die Künste, Videoclips zeigen, wie sich junge Künstler heute dem Liedschaffen Gustav Mahlers nähern.
Der berühmte Mahler-Interpret Thomas Hampson ist Pate des Gustav Mahler Museums.

„Hier wird die musikalische Geschichte Hamburgs lebendig“, schwärmt Kent Nagano. Der US-amerikanische Dirigent ist Schirmherr des KQ. „Die Geschwister Mendelssohn und Gustav Mahler gehören zu den ‚Großen‘ der Musik- und Kulturgeschichte Hamburgs und Europas.“ Seiner Meinung nach widerspiegeln ihre Biografien „einerseits Aufbruch und Hoffnung auf eine aufgeklärte Bürgergesellschaft innerhalb eines modernen Nationalstaates mit demokratischer Verfassung, Industrialisierung und wachsendem Wohlstand. Andererseits die großen sozialen Unterschiede und den aufkommenden Nationalismus.“

Eröffnungsprogramm
Die Eröffnung des Gustav Mahler Museums wird - nach der offiziellen Eröffnungsfeier für das nun vollständige KomponistenQuartier am 28.5. – mit einem dreiwöchigen Eröffnungsprogramm gefeiert:

  • Am Sonntag, 3. Juni, lädt das Quartier ab 13 Uhr unter dem Motto „Musik erzählt Geschichten“ zum Familiennachmittag. Kinder bis 14 Jahre und ihre Eltern haben freien Eintritt.
  • Am Mittwoch, 13. Juni, gestaltet die Schweizerin Beatrice Berrut ab 19.30 Uhr im Lichtwarksaal einen Klavierabend, es erklingen unter anderem Werke Gustav Mahlers. Den Einführungsvortrag hält Dr. Alexander Odefey.
  • Am Freitag, 15. Juni, 19 Uhr hält Professor Peter Ruzicka den Festvortrag „Mahler-Bild“. Für die musikalische Umrahmung sorgen der Bariton Dietrich Henschel und der Pianist Fritz Schwinghammer.
  • Am Sonntag, 17. Juni lädt das KQ um 11.30 Uhr zu einer Lied-Matinee mit der Altistin Gerhild Romberger und dem Pianisten Alfredo Perl. Das Duett präsentiert Werke von Gustav Mahler, Erich Wolfgang Korngold und Alexander Zemlinsky. 
  • Karten sind im Vorverkauf bei der Konzertkasse Gerdes Rothenbaumchaussee 77, Telefon 040/ 45 33 26, www.konzertkassegerdes.de, erhältlich.

 

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